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Nach mehr als 20 Jahren: Ruandahilfe Hachenburg steht vor schwerer Entscheidung

Mitgliederversammlung am 23. November soll über die Auflösung des Vereins entscheiden – Die Hilfe für die Menschen in Ruanda und die über Jahrzehnte gewachsenen Freundschaften sollen dennoch weiterleben.
Hachenburg. Es ist eine Entscheidung, die niemandem leichtfällt. Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich die Mitglieder der Ruandahilfe Hachenburg e.V. für Menschen in Ruanda. Sie haben Schulen, soziale Einrichtungen und Gesundheitsprojekte unterstützt, Freundschaften geschlossen und über viele Jahre hinweg Menschen begleitet, deren Schicksale ihnen ans Herz gewachsen sind. Nun steht der 2005 gegründete Verein möglicherweise vor seiner Auflösung.
Auf der Mitgliederversammlung am 23. November 2026 sollen die Mitglieder darüber entscheiden, ob die Ruandahilfe Hachenburg nach mehr als zwei Jahrzehnten ihre Vereinsarbeit beenden wird.
Seit der Gründung gemeinsam für Ruanda
Die Geschichte der Ruandahilfe Hachenburg ist auch die Geschichte einer Gemeinschaft, die über viele Jahre zusammengehalten hat. Fast alle heutigen Mitglieder gehören dem Verein bereits seit seiner Gründung im Jahr 2005 an. Viele haben die Entwicklung der Hilfsprojekte von Anfang an begleitet und dem Verein über all die Jahre die Treue gehalten.
Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben. Die meisten Mitglieder sind inzwischen in einem höheren Lebensalter. Jüngere Menschen haben sich dem Verein nur vereinzelt angeschlossen. Trotz aller Bemühungen ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, genügend neue Mitglieder zu gewinnen.
Was lange durch den persönlichen Einsatz und die Verlässlichkeit weniger Menschen getragen wurde, lässt sich deshalb zunehmend schwerer aufrechterhalten.
Der Vorstand hat lange um den Fortbestand gerungen
Die mögliche Auflösung kommt nicht überraschend. Schon seit mehreren Jahren beschäftigt sich der Vorstand mit der Frage, wie die Ruandahilfe auch in Zukunft bestehen kann.
Als sich langjährige Vorstandsmitglieder aus gesundheitlichen Gründen, wegen ihres Alters oder aufgrund beruflicher und persönlicher Verpflichtungen nicht mehr zur Wiederwahl stellten, wurden weitreichende Veränderungen vorgenommen. Die Vereinssatzung wurde umfassend neu gefasst und die Zahl der vorgesehenen Vorstandsmitglieder deutlich reduziert. Damit sollte es auch mit weniger ehrenamtlichen Kräften möglich bleiben, den Verein weiterzuführen. Doch selbst die Besetzung dieses verkleinerten Vorstands erwies sich als schwierig.
Bereits bei der vergangenen Mitgliederversammlung hatte der Vorstand offen über die rückläufigen Mitgliederzahlen gesprochen. Die Hoffnung, neue Menschen für die Arbeit der Ruandahilfe gewinnen zu können, hat sich bislang nicht erfüllt.
Nach vielen Gesprächen, Überlegungen und Versuchen, den Fortbestand zu sichern, steht nun eine Entscheidung an, die sich die Verantwortlichen anders gewünscht hätten.
Hinter jedem Projekt stehen Menschen
Wer die Arbeit der Ruandahilfe über die Jahre begleitet hat, weiß, dass es dabei nie allein um Spenden oder die Finanzierung einzelner Vorhaben ging.
Es ging und geht um Kinder, die eine Schule besuchen können. Um Menschen, die medizinische Versorgung benötigen. Um ältere Menschen, die Unterstützung erfahren. Und um Familien, die sich mit eigener Arbeit eine bessere Zukunft aufbauen möchten.
Aus anfänglichen Kontakten sind über die Jahre persönliche Beziehungen entstanden. Viele der Menschen und Einrichtungen in Ruanda sind den Verantwortlichen längst vertraut. Man kennt sich, tauscht sich aus und verfolgt gemeinsam, wie sich die Projekte entwickeln.
Gerade deshalb fällt der Gedanke schwer, dass es die Ruandahilfe Hachenburg eines Tages nicht mehr geben könnte.
Die Projekte werden nicht im Stich gelassen
Sollten sich die Mitglieder am 23. November für die Auflösung entscheiden, bedeutet dies jedoch nicht, dass die Arbeit von heute auf morgen endet.
Der Verein wird während der anschließenden gesetzlichen Abwicklung zunächst weiterbestehen. Bestehende Verpflichtungen werden geordnet erfüllt und die Hilfsprojekte im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten weiterhin begleitet.
Vor allem aber sollen die Partner in Ruanda frühzeitig und persönlich über die Entwicklung informiert werden. Der Vorstandsvorsitzende Thilo Leonhardt wird dazu nach Ruanda reisen und sämtliche unterstützten Projekte und Partner besuchen. In persönlichen Gesprächen möchte er erklären, weshalb der Verein aufgelöst werden muss und wie es anschließend weitergehen kann.
Denn nach mehr als 20 Jahren gemeinsamer Arbeit sollen die Menschen in Ruanda diese Nachricht nicht einfach durch einen Brief oder eine E-Mail erfahren.
Die Freundschaften sollen bleiben
Für Thilo Leonhardt steht fest, dass sein persönlicher Kontakt zu den Menschen und Projekten in Ruanda auch nach einer möglichen Auflösung des Vereins bestehen bleiben soll.
Er möchte weiterhin Ansprechpartner für die langjährigen Partner sein, die Entwicklung der Projekte verfolgen und auch künftig nach Ruanda reisen. Dabei kommt der bisherigen Ausrichtung der Vereinsarbeit eine besondere Bedeutung zu: Die Projekte wurden von Anfang an so angelegt, dass sie von den Menschen und Partnerorganisationen vor Ort eigenständig weitergeführt werden können.
Die Ruandahilfe wollte nicht dauerhaft unentbehrlich sein. Ihr Ziel war es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.Diese Arbeit soll nun Früchte tragen. Die Einrichtungen und Projekte sollen auch dann weiterbestehen, wenn es den Verein in seiner bisherigen Form nicht mehr gibt.
Mehr als 20 Jahre, die nicht vergessen werden
Sollte die Mitgliederversammlung die Auflösung beschließen, wird dies für viele Beteiligte ein trauriger Moment sein.
Für die Mitglieder, die den Verein gegründet und über Jahrzehnte begleitet haben. Für die ehemaligen Vorstandsmitglieder, die viel Zeit und Kraft investiert haben. Für die Spender und Unterstützer, ohne deren Hilfe zahlreiche Projekte nicht möglich gewesen wären. Und nicht zuletzt für die Menschen in Ruanda, mit denen über viele Jahre enge Verbindungen entstanden sind.
Was in diesen mehr als 20 Jahren gemeinsam erreicht wurde, lässt sich nicht allein in Zahlen oder Spendenbeträgen ausdrücken. Es sind die Begegnungen, die gemeinsamen Erlebnisse und die Entwicklungen der Menschen vor Ort, die in Erinnerung bleiben werden.
Der Vorstand ist allen dankbar, die diesen Weg mitgegangen sind und der Ruandahilfe über so viele Jahre die Treue gehalten haben.
Mitgliederversammlung am 23. November
Ob die Ruandahilfe Hachenburg aufgelöst wird, entscheiden die Mitglieder am Montag, 23. November 2026, um 18:00 Uhr im großen Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Hachenburg, Gartenstraße 11, 57627 Hachenburg.
Die Einladungen wurden bereits versendet. Der Vorstand hofft, dass möglichst viele Mitglieder an dieser wichtigen Versammlung teilnehmen.
Nach mehr als 20 Jahren gemeinsamer Arbeit steht eine schwere Entscheidung bevor. Doch eines soll bleiben: die Verbundenheit mit den Menschen in Ruanda und das Interesse daran, wie es ihnen und ihren Projekten auch in Zukunft ergeht.
Denn auch wenn die Ruandahilfe Hachenburg eines Tages nicht mehr als Verein bestehen sollte, sollen die Menschen, für die sie gegründet wurde, nicht in Vergessenheit geraten.
Ruandahilfe Hachenburg e. V.
Der Vorstand





