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Hachenburg. Mit einer Spende von 1.000 Euro aus seinem Hilfswerk unterstützt der Lions Club Montabaur-Hachenburg die Arbeit des Vereins „Ruandahilfe Hachenburg e.V.“,


Sehr gerne ist Thilo Leonhardt der Einladung der amtierenden Lions Club Präsidentin Astrid Schellenberger gefolgt und hat in einem informativen Vortrag über das rheinland-pfälzische Partnerland sowie die vielfältigen Hilfsprojekte der Ruandahilfe Hachenburg berichtet. Sichtlich beeindruckt entschlossen sich die Lions den Menschen in Ruanda neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu schenken.


„Die Armut im Distrikt Gisagara hat seit dem Genozid 1994, bei dem tausende Menschen umgebracht wurden und der zahlreiche Witwen und Waisen zurückließ, zugenommen. Ein Großteil der Frauen wurde von den traumatischen Erlebnissen und der erlebten Gewalt während der Mordtaten gelähmt und trug nachhaltige Schäden davon. Viele der überlebenden Frauen kennen die schwierigen Momente und Phasen, die aus Traumatisierungen resultieren. Um eine solche Gruppe zu begleiten und ihr zu ermöglichen, sich gesellschaftlich wie wirtschaftlich zu regenerieren, braucht es große Anstrengungen.“, berichtet Thilo Leonhardt von der Ruandahilfe Hachenburg.


Die Spende des Lions Club Montabaur-Hachenburg in Höhe von 1.000 Euro soll in ein einkommens-schaffendes Projekt für Witwen und Waisen in Ruanda fließen. Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Schon im Juli soll die Umsetzung beginnen. Insgesamt stellt die Ruandahilfe Hachenburg für dieses Projekt 5.765 Euro zur Verfügung und wird über den weiteren Verlauf zeitnah berichten.

Ruandahilfe Hachenburg e.V. setzt sich für bessere Lernbedingungen ein


Hachenburg. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Doch in Ruanda leiden die Kinder noch immer unter den Folgen des furchtbaren Völkermords von 1994. Hunderttausende Familien und ihre Lebensgrundlagen wurden damals zerstört. Doch die neue Generation schaut nach vorne und glaubt an ihre Zukunft. Es geht um ihr Leben. Es ist oft ihre einzige Chance, aus der Armut herauszukommen und eine wirkliche Zukunft zu haben.


Die Ruandahilfe Hachenburg setzt sich schon seit 2005 für bessere Lernbedingungen in Ruanda ein. Die von dem Hachenburger Verein finanzierten Schulgebäude entsprechen den Child-Friendly-School-Standards der Vereinten Nationen. Die Klassenräume werden nach den Bauvorgaben der UN, in denen zum Beispiel Mindestmaße für Raumgrößen, Fensterflächen und Materialvorgaben festgelegt wurden, errichtet und bieten ein gutes Raumklima sowie eine ausreichende Beleuchtung und Belüftung der Säle. Dies garantiert  allgemein die Voraussetzung für eine sichere und freundliche Lern- und Lehrumgebung für Lehrer und Schulkinder. Die Ruandahilfe Hachenburg finanziert nicht nur die Gebäude und die Ausstattung, sondern unterstützt die Schulen auch danach bei ihrer Entwicklung, zum Beispiel durch Unterrichtsmaterial.


Die Ecole Primaire Karama liegt in der Südprovinz Ruandas, im Distrikt Gisagara, nahe der Grenze zu Burundi, einer der ärmsten Regionen des rheinland-pfälzischen Partnerlandes. Die letzten Kilometer zur Schule führen über eine schlecht befahrbare Nebenstraße durch besiedeltes Gebiet, kleine Felder und Bananenhaine.

Die Schule in Karama ist eine kleine, ländlich gelegene Grundschule, die vom Distrikt Gisagara als eine der besonders förderungswürdigen Schulen der Region vorgeschlagen wurde. Gegründet im Jahr 1980 von der katholischen Kirche und 1983 vom ruandischen Bildungsministerium MINEDUC anerkannt, besuchen heute 1.170 Kinder (647 Mädchen und 523 Jungen), davon 58 Waisen, den Unterricht, der von 11 Lehrkräften geleitet wird.


Nach Angaben der Direktorin, Suzanne Mukabibubi, liegt das Jahresbudget der Schule bei etwas über 3.000 Euro. Die Lehrergehälter werden vom Distrikt bezahlt. Ein Grundschullehrer erhält monatlich ca. 52 Euro. Investitionen in die bestehende Schulinfrastruktur sind schwierig, eine Erweiterung der Schule durch eigene Mittel unmöglich. Erhalt und Ausbau der Schulen erfordern in Ruanda ein großes und beständiges Engagement der Eltern- und Lehrergemeinschaft. Gleiches gilt für die Organisation außerschulischer Aktivitäten, wie der Anlegung eines Schulgartens, Schaffung von Sportmöglichkeiten u.s.w. Die Ecole Primaire Karama möchte außerdem in Zukunft ihr Unterrichtsangebot von den sechs Klassen der Grundschule auf einen 9-years-basic-Unterricht erweitern. Die Bereitstellung zusätzlicher Infrastruktur wird daher dringend erforderlich.


Die Schule hat aktuell 14 Klassenräume, davon sind nur acht noch in gutem Zustand und gefahrlos nutzbar. Von diesen acht Klassen entsprechen nur zwei neugebaute Räume den Child-Friendly-School-Standards der Vereinten Nationen. Der Bau eines neuen Gebäudes mit zwei Klassenräumen wurde vom Distrikt Gisagara finanziell unterstützt.


Vier Klassenräume in Karama sind in einem älteren Gebäude, welches noch in Lehmziegelbauweise errichtet wurde. Die Räume sind klein und dunkel. Die Fenster mit Holzläden ermöglichen auch in geöffnetem Zustand keine gute Belichtung. Der alte Stampf-Lehmboden und der bröckelnde Verputz machen die Luft staubig. Die vier Klassenräume können kaum noch benutzt werden. Die marode Bausubstanz stellt eine Gefährdung für Kinder und Lehrpersonal dar, denn das schwere Ziegeldach auf dem einfachen Dachtragwerk aus Rundholz ist undicht und droht einzustürzen. In Karama mangelt es zusätzlich an Schulmöbeln, wie Schulbänken und Bücherregalen, um Unterrichtsmaterialien aufbewahren zu können. Es gibt 156 Schulbänke, rein rechnerisch teilen sich 7.5 Schüler eine Bank. Für die gesamte Schülerzahl stehen 20 Latrinenkabinen zur Verfügung.


Zusammen mit den Verantwortlichen der Schule wurden der Bau von drei Klassenräumen und die Installation einer Regenwasserzisterne vorgeschlagen. Ziel ist die Verbesserung der Unterrichtsbedingungen für die jungen Schülerinnen und Schüler und die Verbesserung der Lehrbedingungen an der Ecole Primaire Karama. Die Schaffung neuer Schulinfrastruktur kann den angestrebten Wechsel der Grundschule zur „9-years-basic-education“ erleichtern und ermöglichen, in Karama das zusätzliche Bildungsangebot der weiterführenden Klassen anzubieten. Ein Schulwechsel nach der sechsten Klasse, an eine weiter entfernt liegende Schule, wird dann nicht mehr erforderlich sein. Besonders in den ländlichen und regenreichen Gegenden erschweren lange Schulwege den regelmäßigen Schulbesuch und führen zu Unterrichtsausfall und schlechten Leistungen. Transportkosten stellen eine hohe finanzielle Belastung dar und können von den Familien kaum getragen werden.


Gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern und für Sport stellt die Ruandahilfe Hachenburg die benötigten Mittel in Höhe von 31.123 Euro für den Bau von drei neuen Klassenräumen zur Verfügung. Eine Zisterne mit 10m³ wird abfließendes Regenwasser der Dachflächen auffangen und stellt es als Brauchwasser bereit. Damit wird auch verhindert, dass Regenwasser unkontrolliert abfließt, wodurch Schäden an umliegenden Alt- und Neubauten entstehen können.


Hintergrundinformationen:
Seit dem Jahr 2005 setzt sich der Hachenburger Verein „Ruandahilfe Hachenburg e.V.“ mit vielfältigen Hilfsprojekten für eine bessere Schul- und Berufsausbildung, ein besseres Gesundheitswesen und in vielen weiteren sozialen Bereichen für die Menschen in Ruanda ein und zählt zu den aktivsten Vereinen in der Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.ruandahilfe-hachenburg.de